Ökomode, was bedeutet das eigentlich?

Von der Baumwollpflanze bis zum Konsumenten ist es ein langer Weg. Ich möchte hier anhand des Global Organic Textile Standard (GOTS) kurz erklären, welche Kriterien überhaupt erfüllt sein müssen um ein Kleidungsstück zertifizieren zu können. Obwohl die Herstellung von synthetischen Chemiefasern stetig zunimmt, spielt die Baumwollpflanze immer noch eine wichtige Rolle in der Kleidungsindustrie und ist aus unseren Schränken nicht wegzudenken. Für eine GOTS-Zertifizierung muss der Anbau der Baumwollpflanze unter anderem nach EU Bio-Verordnung (Verordnung EG Nr. 834/2007) erfolgen. Das bedeutet, dass auf synthetische Pflanzenschutzmittel (z.B. Pestizide) und Mineraldünger weitgehend verzichtet wird und genetisch veränderte Pflanzen nicht eingesetzt werden dürfen.

Ein wichtiger Punkt bei der Produktion ist die Überprüfung aller eingesetzten Chemikalien auf die Toxizität und biologische Abbaubarkeit. Grundsätzlich sind bestimmte Chemikalien wie Schwermetallverbindungen, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel und toxische Azofarbstoffe gar nicht erst zugelassen. Für die Bleiche dürfen keine Mittel eingesetzt werden die Chlor enthalten, sondern ausschließlich auf Sauerstoffbasis hergestellt worden sind. Ebenso muss auch beim Druckverfahren auf Umweltverträglichkeit geachtet werden. Auch der Einsatz von Accessoires ist reguliert. Materialien wie Nickel, Chrom und PVC, die unter anderem auch allergieauslösend sein können, sind in diesem Zusammenhang verboten.

Oftmals habe ich den Eindruck uns ist gar nicht klar, was wir auf der Haut tragen und dass konventionell hergestellte Kleidung nicht nur der Natur schadet, sondern auch unserer Gesundheit schaden kann. 

Zudem muss selbst das Verpackungsmaterial bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei müssen alle aus Papier oder Pappe bestehenden Materialien zertifiziert (FSC oder PEFC) oder recycelt sein. Die Betriebe sind außerdem dazu verpflichtet Abwässer und Abfälle zu vermindern und eine ordnungsgemäße Entsorgung durchzuführen. Natürlich kommt die Qualität der Kleidung dabei nicht zu kurz und muss entsprechende Kriterien erfüllen. Diese Richtlinien gelten selbstverständlich auch für andere biologisch erzeugte Naturfasern.

Soziale Standards spielen darüber hinaus ebenso eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise Zwangs- und Kinderarbeit strengstens untersagt. Diskriminierungen und übermäßige Arbeitszeit sind ebenfalls verboten. Des Weiteren müssen sichere sowie hygienische Arbeitsbedingungen gewährleistet werden und ein Mindestlohn muss ausgezahlt werden.

Meiner Meinung nach sollten diese Anforderungen eine Selbstverständlichkeit sein, die Realität sieht nur leider etwas anders aus. Ich hoffe daher, dass wir uns in Zukunft etwas mehr Gedanken über unsere Kleidung machen und die konventionelle Herangehensweise der Modeindustrie hinterfragen.